Historie


Wie alles begann

Im Jahre 1924 wurde der Grundstein zum heutigen Orchester gelegt. Die auf dem Bild aufgeführten Herren waren es, die zunächst vor dem „ Nichts“ standen. Aber ein wohlüberlegter Entschluß, gepaart mit dem eisernen Willen, das Vorgenommene durchzusetzen, ging es ans Werk.

Zuerst wurde eines der größten Probleme aus dem Weg geräumt : die Wahl des Dirigenten. Nach reiflicher Überlegung und ständigem Drängen der Musiker Übernahm dann Herr Brockmöller die Stabführung. Damit war der Rahmen gesteckt, und das Unternehmen nahm seinen Lauf.

Die Gründer (stehend von links. H:. Gödden,  C. Göcking,  F. Hülsing,
K. Hinken, J. Wiesch, sitzend: A. Averbeck, J. Brockmöller) 


 Der Musikverein Altenrheine in den Jahren 1928/29....

und im Jahr 1934 zum 10-jährigen Jubiläum.

Die ersten Jahre

Es wurden Noten beschafft und alte Bodenräume nach spielbaren Instrumenten abgesucht. Von überall wurde alles Brauchbare  zusammen getragen, bis es nun endlich in der alten, von einem Kachelofen geheizten Schule, zur ersten Probe kam. Fürchterlich hat es geklungen, aber die Kapelle bestand. In mühevoller Arbeit und durch Einzelproben wurde solange herumgeschliffen, bis man die ersten Musikstückchen einem Publikum darbieten konnte. Jetzt hatte man Mut bekommen und es wurde energisch weitergeübt.

Mit dem Wunsch, ständig mehr zu leisten kam es, dass die vorhandenen Instrumente und das Notenmaterial nicht mehr ausreichten. Zur Neuanschaffung aber fehlte das Geld. Ein Zuschuss aus der Kasse des Altenrheiner Schützenvereins und eine Sammlung  bei den Mitbürgern in Altenrheine ergab die entsprechende Summe, um das Fehlende einkaufen zu können, damit der Klangkörper vollständiger wurde. Jetzt wurde wöchentlich zwei mal geübt, und nach einiger Zeit erklangen schon die ersten leichten Walzer und Märsche. Die Übungsabende wurden gut besucht und die Proben brachten dem Orchester Sicherheit.
Bereits Ende der zwanziger Jahres konnte der Verein auf ein stattliches Ensemble blicken, das bei zahlreichen Schützenfesten, Sportfesten und kirchlichen Veranstaltungen gefragt war. Stolz präsentierten sich die 20 Musiker in der Zeit der Weltwirtschaftskrise mit Frack und Zylinder.


Dann kam der Krieg

Durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurden fast alle Musiker zu den Waffen gerufen. Die Instrumente schwiegen, aber nach Rückkehr aus Gefangenschaft oder Krieg begann man sofort wieder das 1924 begonnen Werk erneut aufzunehmen.


Nachkriegsjahre

Durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurden fast alle Musiker zu den Waffen gerufen. Die Instrumente schwiegen, aber nach Rückkehr aus Gefangenschaft oder Krieg begann man sofort wieder das 1924 begonnen Werk erneut aufzunehmen.

Es meldeten sich auch viele junge Nachwuchskräfte. So dauerte es dann nur eine kurze Zeit, bis der Klangkörper wieder vollständig war. Dem Dirigenten Herrn Brockmöller war es dann zu verdanken, das nach kurzer Zeit sich der Musikverein wieder klangvoll darbieten konnte. Aus beruflichen Gründen wurde Herr Brockmöller von Herrn Gerd Stratmann abgelöst.

Das Orchester nach Beendigung des Krieges zum 25-jährigen Jubiläum im Jahr 1949.


 

Herr Stratmann war es, der sich besonders um die Probenarbeit mit dem jungen Musikern bemühte, um sie durch viel Kleinarbeit in das Orchester einfügte. Herr Kuch, der Nachfolger von Herrn Stratmann, war ein engagierter, vorwärtsstrebender Mann, der als Stabmusikmeister einige Erfahrungen mitbrachte. Mit Großkonzerten belebte und aktivierte er bald das ganze Orchester. Die Stabführung von Herrn Kuch übernahm dann Herr Moritz. Dieser gab die Leitung des Altenrheiner Musikverein an Herrn Hans Wolters weiter.

Auch Tanzmusik wird gespielt

Parallel zum nun schon einige Zeit bestehenden Orchester bildete sich zunächst eine kleine Gruppe, die Tanzmusik spielen wollte. Von Jahr zu Jahr mauserte sich nun diese Combo zu einer beliebten Tanzbesetzung. Unter dem Namen "Einigkeit" und später "Da-capo-Combo" spielten sie auf "Tanzböden" und Schützenfesten in der näheren und weiteren Umgebung. Den Erfolg dieses Tanzorchesters kann man besonders einem Herrn, nämlich Fritz Tomcek verdanken.


Die 1980er

Nach dem großen Jubelfest zum 50-jährigen Jubiläum wuchs das Orchester weiter. Erfreulicherweise haben auch viele Mädchen den Weg in den Verein gefunden. Mehrere musikalische Leiter prägten das Bild des Musikvereins, u. a. Adolf Sperner, Otto Kastner, Franz Hagedorn, Helmut Lange und Thomas Krüp.

Das Moderne Orchester

Unter der Leitung von Reinhard Greß kam es zu einem Höhepunkt in der Vereinsgeschichte. Die Orchester Rodde und Altenrheine gaben gemeinsam ein Benefizkonzert für Trakai in der Stadthalle von Rheine. Mit Dr. Volker Heinke haben wir seit langer Zeit wieder einen festen Dirigenten für unseren Verein gefunden. Er führte diese Linie erfolgreich fort. Mit seinem großen Engagement hat Volker Heinke die Leistungsfähigkeit des Orchesters angehoben. Durch diesen Anreiz kamen viele Nachwuchsmusiker zu uns. Mit den wöchentlichen Proben und einigen Wochenendseminaren war es uns möglich, Jahreskonzerte wieder zu einem festen Bestandteil unseres Programms zu machen.

Zu seinem 75. Geburtstag im Jahre 1999 zeigt sich der Musikverein Altenrheine als modernes Ensemble in der Besetzung eines großen Blasorchesters. Im Vergleich zu den Anfängen zieren seit Jahren vor allem auch jüngere Mitglieder das Gesicht des Vereins. Instrumentell kam ein fast komplettes Saxophonregister hinzu, das traditionelle Schlagwerk wurde um das Drum Set und ein Sortiment aus Percussion-Instrumenten ergänzt. Dementsprechend hat sich auch das Repertoire deutlich gewandelt. Heute umfasst das Orchesterrepertoire Bearbeitungen und Originalkompositionen von der Klassik bis zur Moderne, vom Choral über Walzer, Polkas und Märsche bis hin zur Jazz-, Swing- und Pop-Musik. Dies verdeutlicht das Ziel der Orchesterleitung, neben der Pflege der traditionellen Blasmusik seinem Publikum auch moderne und populäre Unterhaltungsmusik verschiedener Stilrichtungen und -Epochen bieten zu können.

2014 wurde der Musikverein Altenrheine 90 Jahre alt. Unter dem Dirigat von Thomas Sprengel zeigt sich der Musikverein Altenrheine als modernes Blasorchester. Mit 45 aktiven Musikern im Alter von 14 bis 75 sowie einer eigenen, stetig wachsenden Jugendabteilung mit ca. 20 aktiven Jugendlichen hat sich der Musikverein auch für die Zukunft gut gerüstet.

Ein Jahrhundert Musikgeschichte

2024 schreibt der Musikverein Altenrheine ein Jahrhundert Musikgeschichte.

Bereits im Herbst 2018 hat Markus Rupe, Berufsmusiker im Luftwaffenmusikkorps Münster, die musikalische Leitung im Verein übernommen. Seitdem wurde die Probenarbeit mit frischem Wind konsequent fortgesetzt und das Repertoire überarbeitet. Das Ergebnis der umfangreichen Proben ist immer wieder bei Auftritten und Konzerten des Vereins zu hören.

 

Während Corona-Pandemie (2020/2021) durften die Proben und Auftritte nur sehr eingeschränkt stattfinden. Dadurch ließen sich die Musikerinnen und Musiker nicht aufhalten und fanden einen großen Zusammenhalt untereinander.

Als die Proben und Auftritte wieder vollumfänglich erlaubt waren übte man intensiv an Stücken für die anstehenden Kirchenkonzerte.

 

Seit einem Jahrhundert trägt der Verein zur kulturellen Vielfalt in der Stadt Rheine und der Region bei. Im Jubiläumsjahr präsentiert der Verein Blasmusik auf einem vielfältigen hohen Niveau. Passend zum Jubiläumskonzert werden die Musikerinnen und Musiker mit neuen Uniformen auftreten. Für das Jubiläumskonzert wurde eine Auswahl an anspruchsvollen Stücken zusammen gestellt die musikalisch durch alle Jahrzehnte führen werden.